Wage 7Das Leben besteht ständig aus Geben und Nehmen.
Es ist ein sehr befriedigendes Gefühl jemanden etwas Gutes zu tun und zu geben. Das kann Sicherheit, Liebe, Geborgenheit oder tatkräftige Unterstützung durch die Körperkraft sein. Wenn ich andererseits Hilfe nötig habe, freue ich mich, wenn da eine helfende Hand oder eine Schulter zum Anlehnen ist.
Im Idealfall sollte es so sein.
Beides ist gleich wichtig: Geben und Nehmen. Es verhält sich dabei wie mit einer Waage: wenn eine Seite zu viel gelebt wird, kommt ein Ungleichgewicht zustande.

Zum Problem kann das Prinzip des Geben und Nehmens werden, wenn man immer nur gibt und nichts zurück bekommt, beziehungsweise sich nichts zurückgeben lässt. Gerade Menschen, die gerne helfen, tappen häufig in dieses Ungleichgewicht. Je nach Charakterzug kann das vielleicht eine lange Zeit gut gehen. Bloß irgendwann kommt der Punkt, da geht es nicht mehr. Man fühlt sich schlapp und ausgelaugt. Die Energie fehlt. Das Leben zieht an einem vorbei, als ob man nur ein Zuschauer wäre.

In dieser deprimierenden Situation angekommen, sprechen die Einen es laut und deutlich aus, so dass Jeder gleich weiß woran er ist. Die Anderen schweigen stumm vor sich hin und schlucken es runter, bis sich das Problem verselbstständigt und als körperliche Beschwerde manifestiert. Der Körper will daran erinnern seine Seele zu schonen und kürzer zu treten. Die Segel neu auszurichten und anderen Meere zu bereisen.

Trete beiseite und frage Dich:
Zu welcher dieser Gruppe Mensch gehöre ich?
Sage ich laut und deutlich, wenn ich mich ausgenutzt und ausgelaugt fühle?
Kann ich Hilfe annehmen, wenn es mir schlecht geht?
Kommen für mich zuerst die Anderen und dann ich?
Wurde es mir in der Kindheit beigebracht still zu sein und durchzuhalten?
Sehe ich die Anderen an mir vorbeisausen, nur ich stehe still?
Nehme ich mir die Zeit, mich um mich selber zu kümmern?
Kann ich „Nein“ sagen?