Kind 3Wir hören die Worte eines geliebten Menschen und sie tun uns weh. Was er sagt schmerzt und trifft uns mitten ins Herz. Wir schließen unser Herz und empfinden Kummer. Wir fühlen eine ungemeine Wut im Bauch. Diese Wut lässt uns mit Worten oder Taten um uns schlagen, um sich zu Verteidigen und den Anderen niedrig zu machen. Wenn der Andere die gleiche Taktik anwendet, schlägt er mit seiner Wut zurück und das Spiel fängt von vorne an und geht immer so weiter und weiter, bis Einer aufgibt. Schaut man sich diese blinde Wut näher an, nagt darunter eigentlich der Kummer des Selbstzweifels an unserer Seele. Die Kränkung hat unser Ego verletzt. Das können wir nicht zu lassen, darum diese Abwehrhaltung.

Sobald wir das Ego aber beiseite stellen, nehmen wir der Wut den Dorn. Dann ist es uns möglich den direkten Weg zu den Selbstzweifeln zu nehmen und den Kummer anzuschauen. Dann sehen wir ganz genau, was uns so verletzt hat und warum wir so reagieren. Dann erkennen wir auch, warum der Andere in diesem Moment die verletzenden Worte verwendet hat und was in seiner Lebenssituation diesen Frust ausgelöst hat. Durch dieses Verstehen löst sich der Kampf auf. Die eigene Sichtweise wird durch die Sichtweite des Anderen erweitert und so entsteht ein Ganzes. In diesem Ganzen liegt die Lösung für das Problem, nicht in der blinden Wut.

Trete beiseite und frage Dich:
Was tue ich, wenn die Wut in mir hochsteigt?
Lebe ich sie aus?
Lebe ich sie solange aus, bis der Andere aufgibt?
Unterdrücke ich sie, damit kein Streit entsteht?
Versuche ich zu verstehen, warum der Andere so gehandelt hat?
Versuche ich seine/ihre Sichtweise zu verstehen?
Was liegt unter meiner Wut?