Blätter kleinEin Mensch geht  gedankenversunken in der Herbstlandschaft spazieren. Er trägt einen schweren Rucksack herum, worin sich ein großes Problem befindet. Dicht an seiner Seite begleiten ihn seine Freunde GEDULD und LOSLASSEN schweigend.
Nach einiger Zeit meint die GEDULD stolz „Ich kann den ganzen Tag hier schweigend lang laufen. Ich kann auch noch Wochen und Monate weiter wandern, denn ich bin die GEDULD. Und wenn ich nur weiter geduldig bin, wird sich das Problem im Rucksack vielleicht von selbst auflösen. ..aber was, wenn nicht? Was, wenn sich das Problem einfach nicht vertreiben lässt durch mich, die GEDULD? Wann merke ich, wenn es Zeit wird, das Problem an dich abzugeben, liebes LOSLASSEN?“
LOSLASSEN zuckt mit den Schultern und sagt:“ Am besten ist, du übergibst es sofort an mich. Du mit deiner ewigen Geduld mit allem und jedem! LOSLASSEN ist das Zauberwort. Einfach sofort alles LOSLASSEN!“ Die GEDULD wird nachdenklich „Aber wenn du das so sagst, was habe ich dann für einen Sinn? Zu was bin ich eigentlich gut?“
Nach ein paar Schweigeminuten taucht plötzlich wie aus dem Nichts die WEISHEIT auf und spricht mit sanfter Stimme „Ihr beide seid gleich wichtig! Ohne dich, liebe GEDULD, würde der Mensch bei jeder Kleinigkeit sofort alles hinschmeißen und ohne dich, liebes LOSLASSEN, würde sich der Mensch unendlich auf seine Probleme versteifen.“
Jetzt ist auch das LOSLASSEN nachdenklich geworden und fragt die WEISHEIT “Nun, da wir das alles wissen. Wie sollen wir damit umgehen? Wer ist denn jetzt wichtiger für das Problem im Rucksack?“
Die Weisheit umarmt Beide „Das alleine weiß die ERKENNTNIS! Nehmt dafür einen Teil GEDULD, einen Teil LOSLASSEN und vermischt es mit GELASSENHEIT und VERTRAUEN. GELASSENHEIT bedeutet,  in einem Boot auf dem Fluss des Lebens zu treiben und jede Strömung, jede Biegung mit einem inneren Lächeln anzunehmen.  Im VERTRAUEN zu sein, heißt zu wissen, dass sich die Wasseroberfläche nach einem Sturm beruhigen und die Sonne wieder scheinen wird. Das ist der Schlüssel zum Wachstum.“
Plötzlich bleibt der Mensch stehen, hält inne, und auf einmal ist sie da, die ERKENNTNIS: „Ich habe alles was nötig war und was in meiner Macht stand getan. Ich war geduldig, habe gehofft und geplant und jetzt ist es Zeit loszulassen und mich ins Vertrauen zu begeben. Vertrauen, dass alles zu meinem Besten geschieht und letztendlich einen Sinn ergibt.“
Und der Mensch setzt seinen Herbstspaziergang mit einem inneren Wissen
und einem ganz leichten Rucksack fort…